Edelstahl: V2A, V4A – und immer rostfrei?

Die Auswahl des richtigen Edelstahls ist eine kleine Wissenschaft für sich. Denn auch wenn landläufig ab einem Chromgehalt von mindestens 10,5 % von Edelstahl rostfrei gesprochen wird, ist dieser schon unter leicht erschwerten Bedingungen (z. B. Chlor, Salz in der Luft) durchaus anfällig für Rost. Erst wenn zum Chrom noch Nickel kommt, kann tatsächlich von rostfrei gesprochen werden. Die wirklich rostfreien Edelstähle verfügen über einen Chromgehalt von 18 % und mehr und eine besondere Oberfläche.

Die Chrom-Nickel Stähle werden in vielen Unternehmen immer noch mit der alten Bezeichnung V2A benannt. Darunter fallen Edelstähle wie 1.4301, 1.4541 und 1.4307. Die Bezeichnung stammt aus den ersten erfolgreichen Versuchen von Chrom und Nickel-Zusatz und einer gezielten Wärmebehandlung: Versuch 2 Austenit – V2A. Die alte Bezeichnung für Edelstähle für erfolgreiche Versuche mit Nickel, Chrom und Molybdän kennt man heute noch unter dem Begriff V4A. Bei uns heute erhältlich als 1.4571 und 1.4404. Die V4A Edelstähle überzeugen mit einer besonders hohen Korrosionsbeständigkeit.

Ausschlaggebend für die Bezeichnung Edelstahl ist aber tatsächlich die „edlere" Art der Herstellung: Die Zusammensetzung erfolgt mit mehr Sorgfalt. Dadurch sind ein höherer Reinheitsgrad sowie eine optimierte Härtbarkeit und Desoxidation. Je höher der Anteil von Chrom, Nickel und Molybdän ist, desto höher liegt der Preis.